Gedanken zum “Jahr der Ermächtigung” im Maya-Kalender

Wer mit dem Verständnis vom 13-Monde-Kalender und dem Tzolkin noch nicht vertraut ist, sollte zunächst den Beitrag zum 52-jährigen solargalaktischen Zyklus lesen und wie er die Zivilisationsgeschichte der Menschheit beeinflusst.

Um zu verstehen, wie tiefgreifend die weltweiten Veränderungen sind, die sich nun schon seit einigen Jahren zeigen, müssen wir uns vergegenwärtigen, dass im Maya-Kalender am 21. Dezember 2012 ein noch viel größerer Zyklus als dieser 52-jährige solargalaktische Zyklus zu Ende gegangen ist, nämlich die sogenannte Große Zählung oder einfach der „Große Zyklus“. Dieser Große Zyklus von 13*20*20*360 Tagen (ca. 5.125 Jahren) untergliedert sich wiederum in unterschiedliche Subzyklen von 13 „Baktuns“ mit ca. 394 Jahren und 260 „Katuns“ von etwas weniger als 20 Jahren Dauer. Der Tzolkin ist ein Fraktal dieses Großen Zyklus und prägt mit seinen Sonnensiegeln und Tönen energetisch all diese verschachtelten Subzyklen.

Dies ist auch der Grund, warum der im Beitrag zuvor diskutierte 52-jährige Zyklus zwar eine sehr gute Korrelation mit den geschichtlichen Ereignissen aufweist, er aber nicht alleine alle wichtigen Umbrüche in der Zivilisationsgeschichte der Menschheit erklären kann. Dazu müsste man auch das tiefere Verständnis der Katun- und Baktun-Zyklen miteinbinden. Dies würde aber den Rahmen dieses Blogbeitrages sprengen. Wer diese übergeordneten Zyklen genauer verstehen möchte, der sei auf das Buch „Der Maya-Faktor“ von José Argüelles verwiesen. Dort wird aus einer galaktischen Sichtweise die Zivilisationsgeschichte der Menschheit detailliert auf allen Stufen betrachtet. 

An dieser Stelle sei nur auf die energetische Prägung des vergangenen und des aktuellen Baktun-Zyklus verwiesen. Der vergangene Baktun-Zyklus (1618-2012), der zugleich auch den Abschluss einer Großen Zählung markiert, stand im Zeichen der Kultivierung der materiellen Technologie bzw. der Transformation der Materie. Der erste Baktun-Zyklus (2012-2406) der neuen Großen Zählung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Menschheit kollektiv in die spirituelle Bewusstseinsebene eintritt. Es geht dabei darum, das (für uns) neue Wissen im Bewusstsein zu integrieren und zu beginnen, mit spirituellen Technologien zu arbeiten. Aktuell sind wir auch noch im ersten Katun-Zyklus (2012-2032), also dem „allerersten Schritt“ in diese Richtung. Geprägt ist dieser komplette Katun-Zyklus vom Sonnensiegel des „Roten Drachen“. Dies ist ein Archetyp, der unter anderem die Kraft der Geburt und Neuanfang repräsentiert. Dies nur zur Einordnung, um den übergeordneten zeitlichen Horizont der weiteren menschlichen Entwicklung und die übergeordnete Energie besser einschätzen zu können. Die Menschheit ist in Bezug auf die materiellen Technologien bereits sehr weit fortgeschritten. In Bezug auf die Spiritualität sind wir aber auf kollektiver Ebene noch „Erstklässler“! 

Für das Verständnis, was uns im neuen Maya-Jahr, also zwischen dem 26. Juli 2023 und dem 24. Juli 2024 erwartet, müssen wir zunächst noch verstehen, dass auch jedes komplette Maya-Jahr durch die Energiekombination eines spezifischen Tons und eines spezifischen Sonnensiegels aus dem Tzolkin geprägt wird. Die 260 verschiedenen Energiekombinationen aus dem Tzolkin werden auch „Kins“ genannt. Der Kin, der auf den 26. Juli eines (Gregorianischen) Jahres fällt, ist also der prägende Kin des ganzen Maya-Jahres. Diese Energie überlagert sich mit den Energien der größeren übergeordneten Zyklen. 

Das nun beginnende Maya-Jahr wird von der Energie des Kins „Weißer Harmonischer Zauberer“ geprägt. Der Name ergibt sich aus der Kombination des Sonnensiegels „Weißer Zauberer“ mit dem fünften, dem „Harmonischen“ Ton. Je nach Übersetzung (Referenz sind die Schriften von José Argüelles auf Englisch) mag dieser Kin eventuell andernorts im deutschsprachigen Raum auch als „Weißer Oberton Magier“ bezeichnet werden. Der Name ist aber letztlich zweitrangig.  

José Argüelles hat uns zu jedem Ton und zu jedem Sonnensiegel jeweils 3 Schlüsselwörter hinterlassen, die sozusagen die Basis jeder Interpretation liefern. Daraus lässt sich sogar ein kleines inspirierendes Gedicht formulieren, wie in der folgenden Abbildung gezeigt.

Ich möchte im Folgenden versuchen, diese Energiekombination und ihre Wirkungen in etwas leichter verständlichen Worten zu beschreiben und weiter zu vertiefen. 

Zunächst aber der allgemeine Hinweis, dass jede archetypische Energie ein spezifisches Spannungsfeld von Möglichkeiten zwischen zwei Polen erzeugt. “Der Pluspol einer archetypischen Energie ist nicht an sich gut und der Minuspol nicht an sich schlecht. […] Nur solange Energie zwischen diesen beiden Polen hin- und her fließt, ist Lernen möglich, kann sich das Schwingungsfeld eines Individuums oder eines Kollektivs erhöhen und bleibt Lebendigkeit erhalten.” (Zitat aus „Archetypen der Seele“, Varda Hasselmann & Frank Schmolke, Seiten 485 und 486). Die Wörter positiv und negativ, auf die Pole bezogen, sind also weder ein Qualitätsmerkmal noch ein Werturteil. 

Das Sonnensiegel des Weißen Zauberers symbolisiert eine Kraft durch Weisheit, die vom Herzen ausgeht. Solche Weisheit ist nicht das intellektuelle Verständnis, das in der westlichen Kultur vorherrscht; es ist die Weisheit, die aus einer stimmigen Ausrichtung von Geist und Herz entsteht. Ein empfängliches, vertrauensvolles Herz ist ein verfeinertes Werkzeug der Wahrnehmung. Zeitlosigkeit umfasst den Aspekt, dass alle notwendigen Informationen und alles Wissen im Hier und Jetzt zur Verfügung stehen. „Wissen ist Macht“, daher hat diese Energie auch viel mit Ermächtigung zu tun. Wenn du dir erlaubst, nicht nur nach den Regeln des Verstandes zu “wissen”, kann sich eine Tür zu einem tieferen Verständnis des Universums öffnen. Wenn dies geschieht, wirst du dies als magischen Moment empfinden. Meditation und Stille, aber auch bewusstes aktives Leben im Hier und Jetzt (zeitlos) sind mögliche Werkzeuge, die uns diesem Ort der Verzauberung näherbringen können. Je präsenter wir sind, desto leichter ist es, offen und empfänglich für die Wunder des Lebens zu sein. Je weniger präsent, desto mehr sorgen wir uns um die Zukunft oder desto mehr stecken wir in der Vergangenheit fest. Präsenz ist daher der Schlüssel, um sich mit dem positiven Pol dieser Energie zu verbinden.  

Der Harmonische Ton ist der Ton der Strahlung. Das heißt, dass Energie konzentriert und fokussiert wird. Dieser Ton ist mit dem Hauptzweck und der zentralen Absicht verbunden. Er fordert uns heraus, den Fokus zu definieren und die Ressourcen für die Erreichung der zentralen Absicht zu sammeln. Er ist somit eine große Hilfe, die nächsten notwendigen Schritte einer Entwicklung zu bestimmen. Durch die Fokussierung entsteht auch eine hohe Intensität. Diese Energie ist sehr mächtig und muss kontrolliert und kommandiert werden.  

Da der Aspekt der Macht auch im Sonnensiegel des Weißen Zauberers enthalten ist, verdient dieses Maya-Jahr den Namen „Jahr der Ermächtigung“

Der Pluspol dieser Energie wird generell die Empfänglichkeit und die Spiritualität auf der Erde forcieren und schneller voranbringen. Durch unsere Herzensweisheit und durch Synchronizitäten werden uns wichtige Informationen, neues Wissen oder auch Ressourcen zur Verfügung gestellt werden. Oft ist es auch nur eine Frage des Fokus und nicht der prinzipiellen Verfügbarkeit, ob man diese Informationen bisher wahrgenommen hat oder nicht. Dieser neue Fokus wird vielen Menschen helfen, den Zweck ihrer neuen Aufgaben klarer erkennen zu können. Dadurch können sie die nächsten notwendigen Schritte ihrer Entwicklung bestimmen. Durch diese Potenzierung der Kräfte können sie ihre zentrale Absicht in die Welt bringen und sie erstrahlen lassen. Diese Energie unterstützt uns auch in besonderer Weise dabei, mit der Kraft unserer Gedanken unsere eigene Realität zu formen. Das tun wir zwar in gewisser Weise ständig, aber mit positiven Gedanken, die im Einklang mit unserer Herzenswahrheit sind, können wir eben auch besonders positive Dinge und Ereignisse in unser Leben „zaubern“. Der Harmonische Ton ermahnt uns dabei zu besonderer „Gedankenkontrolle“ und „Gedankenhygiene“, um dieses Potenzial nicht zu verschwenden. Wir könnten sonst Gefahr laufen, Rückschläge zu erleiden, wenn wir unseren Gedanken erlauben, von der zentralen Absicht unserer Herzensweisheit zu stark abzuweichen. 

Ein Zitat, das dem chinesischen Philosophen Laotse zugeschrieben wird, beschreibt das Prinzip “Gedanken formen Realität” Schritt für Schritt: “Achte auf deine Gedanken, denn sie werden zu deinen Worten. Achte auf deine Worte, denn sie werden zu deinen Taten. Achte auf deine Taten, denn sie werden zu deinen Gewohnheiten. Achte auf deine Gewohnheiten, denn sie werden zu deiner Persönlichkeit. Achte auf deine Persönlichkeit, denn sie wird zu deinem Schicksal!”

Basierend auf der aktuellen weltweiten Situation und dem bisherigen Agieren der negativen Kräfte, ist es absehbar, dass uns der Minuspol dieser Energie zeitgleich zum spirituellen bzw. generellen Erwachen auch auf eine harte Prüfung stellen wird. Das liegt daran, dass diese Energie des Zauberers auch für Machtmissbrauch prädestiniert ist. Dies wird durch den Harmonischen Ton noch in besonderer Weise verstärkt und intensiviert. Von vielen aktuellen Machthabern ist daher zu erwarten, dass sie weiterhin egoistisch und mit mangelnder Aufrichtigkeit agieren werden. Sie werden mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, sich an den alten Strukturen und an ihrer Macht festzuklammern. Sie werden weiterhin versuchen, der Allgemeinheit relevante und wichtige Informationen vorzuenthalten und die Motivation ihres Handelns zu verbergen. Dies ist das Gegenteil von Zeitlosigkeit und die Abwesenheit von Empfänglichkeit für das Hier und Jetzt. Kurzfristig mögen diese Versuche von Erfolg gekrönt sein. Da aber diese Haltungen und dieses Agieren von den übergeordneten Energien nicht mehr unterstützt wird, werden wir erleben, dass die Machthaber mit diesem Verhalten in zunehmendem Maße scheitern werden. Der Kipppunkt ist mittlerweile überschritten und das Ende der alten Matrix rückt immer näher. In diesem Maya-Jahr werden auf der globalen Ebene die unhaltbaren Zustände immer deutlicher aufgezeigt werden und die bestehenden Konflikte werden weiter verschärft und der Druck erhöht werden. Auch das wird helfen, den Prozess des Erwachens der gesamten Menschheit voranzubringen. Darin liegen auch Sinn und Zweck des negativen Poles. Er dient letztlich als Entwicklungsmotor und -beschleuniger.

Ein besonders anschauliches Beispiel, wie sich diese Energie im Minuspol manifestieren kann, ist die Person von Josef Stalin. Dieser wurde am 18.12.1878 unter dem Kin des Weißen Harmonischen Zauberers geboren. Die unter dem gleichen Kin am 18.3.1945 geborene kanadische Schriftstellerin Joy Fielding “lebt” den Minuspol dieser Energie, indem sie Psychothriller schreibt, die auf verschiedene Weise menschliche Abgründe beleuchten. Die Themen spiegeln die ganze Palette des Machtmissbrauchs wider: Vergewaltigung, Psychoterror, Gewalt in der Ehe, Kindesentführung und dergleichen.

Die effektivste Haltung, um sich dem negativen Pol dieser Energie zu entziehen, wenn sie einem begegnet, ist Loslassen. Wir haben die Wahl, wohin wir unseren Fokus legen. Manipulativen Medien, die versuchen, uns in den alten Strukturen und in der Angst festzuhalten, kann man begegnen, indem man sie einfach abschaltet und nicht mehr konsumiert. Manipulativen Mitmenschen kann man begegnen, indem man den Kontakt mit ihnen meidet oder sich zumindest nicht zu ihrem Sparringspartner macht. Auch wenn wir uns im Recht wähnen, werden wir mit einer harten Haltung bei diesen Menschen in der Regel nicht viel erreichen. Wir würden dann nur unsere eigene Energie vergeuden, die wir sinnvoller auf etwas Positives ausrichten sollten. 

Weitere bekannte Persönlichkeiten mit diesem Kin sind Alanis Morissette, Andreas Vollenweider, Giorgio Armani, Kim Wilde, Louis de Funès, Theodor Storm und Marc Chagall. Letztgenannter griff das Thema der Zeitlosigkeit in mehreren seiner Bilder auf. Er stellte sie durch ein diagonal in einen Uhrenkasten gestelltes Pendel dar. Ein Beispiel ist sein Werk Die Zeit ist ein Fluß ohne Ufer.

Wichtig für das Verständnis der Energie des Weißen Harmonischen Zauberers ist auch die Tatsache, dass dieser Kin mit der Welle des „Weißen Hundes“ verbunden ist. Diese Welle dreht sich um die Themen Herz, Lieben und Loyalität. Diese Themen werden uns im nun begonnenen Maya-Jahr an vielen Stellen und in vielen Schattierungen begegnen. Diese Themen klingen vielleicht auf den ersten Blick gar nicht so sehr nach dramatischen Veränderungen. Warum zeigt die Menschheitsgeschichte aber immer wieder solch tiefgreifende Umbrüche im Rhythmus von 52 Jahren in Verbindung mit genau dieser Energiekonstellation? Dies liegt zum einen daran, dass plötzlich eine große Anzahl von Menschen beginnt, mit dem Herzen zu “wissen”, ihre Loyalität zu veralteten Strukturen in Frage zu stellen und loyal zu den eigenen Überzeugungen zu sein. Auf dieser Grundlage kommen die Dinge in Bewegung. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass sich erst ab dem Harmonischen Ton 5 die feinstofflichen Energien in der Materie verwirklichen können. “Die Zahl 5 repräsentiert auch den Punkt, von dem aus die Dinge gemessen werden können, z.B. die vier Himmelsrichtungen, die Jahreszeiten usw. Denn 5 ist die 4 (die Zahl des Maßes) plus 1 (die Zahl der Einheit)”. (Zitat aus „Der Maya-Faktor“, José Argüelles, Seite 199).

In unten stehender Tabelle habe ich die Kins der Welle des „Weißen Hundes“ aufgeführt. Der Weiße Harmonische Zauberer prägt das ganze Jahr, aber jeder Kin dieser Welle prägt auch insbesondere einen der 13 Monde dieses Jahres. Die damit verbundenen dominierenden Themen und Prozesse sind ebenfalls in der Tabelle beschrieben. Dies ist eine zusätzliche Detaillierung, was uns in diesem Maya-Jahr erwartet.

MondphaseSiegel TonDominierende Themen und Prozesse
26.7.23-22.8.23Die Themen Herzensweisheit, Lieben und Loyalität “kommen auf den Tisch”.
23.8.23-19.9.23Wir sind im Spiel der Mächte hin- und hergerissen. Den alten Illusionen werden Gegenkräfte gegenüber gestellt.
20.9.23-17.10.23Die Themen verbinden sich zu neu gewonnener Weisheit und prägen den Prozess unserer Willensbildung.
18.10.23-14.11.23Unsere Wachsamkeit bekommt eine neue Form. Wir fangen an, die Dinge selber zu erforschen.
15.11.23-12.12.23Der Prozess, sich mit der eigenen Herzensweisheit zu verbinden, erreicht seinen Höhepunkt.
13.12.23-9.1.24Wir nutzen unseren Verstand, um unsere Vision vom Leben anzupassen und auszugleichen.
10.1.24-6.2.24Unsere Furchtlosigkeit wird angeregt und wir hinterfragen die alten Strukturen.
7.2.24-
6.3.24
Der Prozess der Navigation entfaltet sich weiter und formt notwendige Synchronizitäten.
7.3.24-
3.4.24
Das Reflektieren über unsere Situation pulsiert auf einem Höhepunkt. Eine neue Ordnung verwirklicht sich.
4.4.24-
1.5.24
Neue Energie wird erzeugt. Das Grundmuster der Selbsterneuerung wird vervollkommnet.
2.5.24-29.5.24Durch den Prozess unserer “Erleuchtung” lösen wir alte Muster auf. Eine neue Art zu leben, wird ausgelöst.
30.5.24-
26.6.24
Neue Ideen werden geboren. Der Neubeginn umfasst alle Ebenen unseres Seins.
27.6.24-
24.7.24
Die Kommunikation wandelt sich. Die dominierenden Meinungen verändern sich. Die “Diskurshoheit” verschiebt sich.

Wir dürfen uns auf wundervolle Veränderungsprozesse einstellen, die unter dem Banner der Liebe und des Herzens stehen!

P.S.: Nicht nur bei den Maya, auch in vielen anderen Kulturen gibt es Vorstellungen von einem goldenen Zeitalter und Hinweise auf eine bevorstehende Transformation der Gesellschaft, die von einem Zustand der Trennung und des Konflikts zu einem Zustand der Einheit führt. Hier ein paar Beispiele mit den Visionen von nordamerikanischen Indianern.

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